Um den Wirkmechanismus eines hormonalen Empfängnisverhütungsmittels zu verstehen, muss man wissen, was Monat für Monat im Körper der Frau abläuft. Während des normalen Menstruationszyklus, der jeweils am 1. Tag der Blutung beginnt, reift in einem der Eierstöcke der Frau in den ersten 14 Tagen ein befruchtungsfähiges Ei (Follikel) heran. Während dieses Reifungsprozesses produziert der Follikel Estradiol, ein Estrogen. Dieses Estrogen sorgt zum einen dafür, dass in der Gebärmutter die Gebärmutterschleimhaut aufgebaut wird. Zum anderen sorgt das Estrogen dafür, dass genau dann, wenn der Follikel ausgereift ist, ein Signal ausgelöst wird, das den Eisprung (= Ovulation) auslöst und die befruchtungsfähige Eizelle in den Eileiter abgibt. Zurück bleibt der Gelbkörper, welcher in der zweiten Zyklushälfte das Gelbkörperhormon (Progesteron) produziert. Das Gelbkörperhormon sorgt in den nächsten 14 Tagen des Menstruationszyklus dafür, dass die unter dem Einfluss der Estrogene aufgebaute Gebärmutterschleimhaut auf die Einnistung eines befruchteten Eies vorbereitet wird und dass keine neue Eizelle heranreift. Wenn keine Befruchtung stattgefunden hat, bildet sich etwa 10 bis 12 Tage nach dem Eisprung der Gelbkörper zurück, wodurch kein Progesteron mehr produziert wird. Die abfallenden Progesteronspiegel im Blut führen zur Abstoßung großer Teile der aufgebauten Gebärmutterschleimhaut, d.h. zur Menstruationsblutung. Ein neuer Zyklus beginnt.
Durch hormonale Verhütungsmittel wird dieser natürliche Menstruationszyklus, der der Fortpflanzung dient, gestört. Während des Zyklus müssen ganz bestimmte Mengen der einzelnen Hormone zu ganz bestimmten Zeiten gebildet werden, um einen Eisprung auszulösen und eine Einnistung des befruchteten Eies zu ermöglichen. Führt man den ganzen Zyklus über ein synthetisches Estrogen und ein dem Progesteron entsprechendes synthetisches Gestagen zu, wie das durch die Anwendung der Pille geschieht, können die notwendigen Signale nicht ausgelöst werden. Dadurch reift keine Eizelle heran und der Eisprung bleibt aus. Da die Verhinderung des Eisprunges der Hauptwirkmechanismus ist, werden Pillen in der Fachsprache oft auch als Ovulationshemmer (Ovulation = Eisprung) bezeichnet.
Über diesen wesentlichen Wirkmechanismus hinaus wirkt die Pille noch über mindestens zwei weitere Wege. So sorgt sie dafür, dass die allmonatlich zum Zeitpunkt des Eisprunges einsetzende Verflüssigung des Schleimpfropfes am Gebärmutterhals ausbleibt.
Der Schleim bleibt dickflüssig, zäh und für Samenfäden undurchdringbar.
Außerdem wird durch die Pillen-Hormone der Aufbau der Gebärmutterschleimhaut verändert. Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass diese Veränderung erheblich zur empfängnisverhütenden Wirkung der Pille beiträgt. Denn bei regelmäßiger Pillen-Anwendung werden in nahezu 100 % der Fälle der Eisprung und durch den zähen Schleimpfropf am Gebärmutterhals ein Eindringen der Samenfäden verhindert, so dass die Wirkung an der Gebärmutterschleimhaut nur von geringer Bedeutung ist.
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Wurde mit der Einnahme wie vorgeschrieben begonnen (am 1. Tag der Blutung bei erstmaliger Anwendung, spätestens nach 7-tägiger Pause beim Präparatewechsel), besteht vom ersten Anwendungstag an - und natürlich auch während der 7-tägigen Pause - der gewünschte hohe Empfängnisschutz.
Bei späterem Einnahmebeginn sollte über die ersten 7 Tage des ersten Einnahmezyklus zusätzlich zur Pille eine Barriere-Methode, z.B. ein Kondom, angewendet werden.
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Eigentlich nicht, denn Fakt ist, dass die Pillen-Anwendung nicht dazu führt, dass Frauen übergewichtig werden oder grundsätzlich an Gewicht zunehmen. Wäre es tatsächlich so, würden 80 % aller Frauen in jungen Jahren deutlich zunehmen, denn so viele Frauen haben in Deutschland Erfahrungen mit der Pille. Während bei Anwendung älterer Pillen-Präparate eine Appetitzunahme und daraus resultierend eine allmähliche Gewichtszunahme infolge vermehrter Nahrungsaufnahme nicht immer ausgeschlossen werden konnte, ist bei modernen, gut verträglichen Mikropillen mit einer Appetitsteigerung kaum mehr zu rechnen.
Bei wissenschaftlichen Studien, in denen auch das Körpergewicht während der Pillen-Anwendung beobachtet wird, bleibt bei Anwendung moderner, niedrig dosierter Mikropillen das durchschnittliche Gewicht aller beobachteten Frauen meist konstant oder erhöht sich nur geringfügig. Das bedeutet, wenn einige Frauen durch die Einnahme einer Pille zugenommen haben, müssen andere genauso viel an Gewicht verloren haben.
Dennoch beobachten einige Frauen gerade in den ersten Monaten der Pillen-Einnahme plötzlich ein um 1-2 kg höheres Körpergewicht. Dabei handelt es sich nicht um eine Zunahme im eigentlichen Sinne, denn der Anteil an Fettgewebe bleibt meist unverändert. Es wird lediglich mehr Wasser ins Gewebe eingelagert.
Auch dieses wird als störend empfunden. Denn zum einen freut sich keine junge, moderne und körperbewusste Frau, wenn die Waage 2 kg mehr anzeigt, und zum anderen verursacht eine vermehrte Flüssigkeitseinlagerung nicht selten auch störende Beschwerden, wie z.B. Brustspannen oder das Anschwellen der Finger bzw. der Beine.
Wasser ist ein wesentlicher Körperbestandteil. Der menschliche Körper besteht zu 60 % aus Wasser. Schon ein geringer Flüssigkeitsmangel wirkt sich ungünstig auf die Nieren, den Blutdruck und Stoffwechselfunktionen aus. Deshalb ist der Körper stets bemüht, einem Flüssigkeitsmangel vorzubeugen, indem bei unzureichender Flüssigkeitszufuhr oder vermehrtem Verbrauch Wasser und Mineralien im Bedarfsfall zurückgehalten und nicht ausgeschieden werden. Andererseits ist es auch nicht günstig, wenn zu viel Wasser ins Gewebe eingelagert wird. Dadurch kann es zum bereits genannten Anschwellen der Extremitäten, zum initialen Gewichtsanstieg oder auch zu einer Zunahme des Blutdruckes kommen.
Die weiblichen Hormone, die Estrogene, fördern die Einlagerung von Wasser ins Gewebe. Im natürlichen Menstruationszyklus oder auch während der Schwangerschaft dient das zweite weibliche Hormon, Progesteron (das Gelbkörperhormon), als natürlicher Gegenspieler u.a. auch dazu, das Gleichgewicht im Wasserhaushalt aufrechtzuerhalten und einer estrogenbedingten vermehrten Wassereinlagerung entgegenzuwirken. Allerdings kann dieser Effekt bei Störungen in der hormonellen Balance beeinträchtigt sein, was sich bei einigen Frauen vor allem in Symptomen äußert, die kurz vor der Regelblutung auftreten.
Auch das in nahezu jeder Pille enthaltene Estrogen setzt Mechanismen in Gang, die letztendlich dazu führen, dass vermehrt Wasser im Gewebe zurückgehalten werden kann. Unter Anwendung einer empfängnisverhütenden Pille bildet der Körper kein Progesteron, welches diesem Effekt entgegenwirken kann. Im Gegensatz zum natürlichen Gelbkörperhormon, dem Progesteron, sind die meisten in hormonalen Verhütungsmitteln enthaltenen synthetischen Gestagene nicht in der Lage, diese vermehrte Wassereinlagerung zu bremsen, so dass entsprechende Beschwerden nicht immer auszuschließen sind.
Viele Frauen bemerken diese Veränderungen gar nicht, doch einige reagieren - insbesondere in den ersten Monaten der Hormonanwendung - mehr oder weniger stark mit den oben genannten Beschwerden. Gerade über eine geringfügige Zunahme des Körpergewichts in den ersten Anwendungsmonaten klagen betroffene Frauen mitunter und nicht selten erwägen sie deshalb eine Beendigung der Pillen-Einnahme.
Gehören auch Sie dazu? Dann fragen Sie Ihre Frauenärztin bzw. Ihren Frauenarzt nach einer möglichen Alternative. Sie werden Sie gern beraten.
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Über Brustspannen wird sowohl von Frauen, die mit der Pille verhüten, als auch von Frauen, die keine Pille anwenden, berichtet. Im Allgemeinen geht man davon aus, dass es sich bei Brustspannen um funktionelle, überwiegend hormonell bedingte Beschwerden handelt, die durch eine verstärkte Wassereinlagerung verursacht werden. Die Volumenzunahme der Brüste kann bis zu 100 ml betragen. Brustspannen ist in erster Linie eine Nebenwirkung körpereigener oder in der Pille enthaltener Estrogene.
Das natürliche Gelbkörperhormon (Progesteron) ist ein wirksamer Gegenspieler des Estrogens. Progesteron ist in der Lage, einer vermehrten Wassereinlagerung entgegenzuwirken, da es leicht entwässernd wirkt.
Bei Frauen mit gestörter Progesteron-Bildung (z.B. kurz nach der Menarche oder kurz vor den Wechseljahren) kann es zum Überwiegen estrogener Effekte und damit zu vermehrter Wassereinlagerung kommen. Bei Frauen, die mit einer Pille verhüten, wird die Progesteronbildung ebenfalls unterdrückt. Da die meisten in der Pille enthaltenen Gestagene nicht entwässernd wirken, kann Brustspannen auch als Nebenwirkung der Pillen-Anwendung auftreten.
Gehören auch Sie dazu? Dann fragen Sie Ihre Frauenärztin bzw. Ihren Frauenarzt nach einer möglichen Alternative. Sie werden Sie gern beraten.
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Hautunreinheiten, fettendes Haar oder Akne sind die Folge einer gestörten Balance zwischen Estrogenen und Androgenen (männliche Hormone). Überwiegen die Wirkungen der Androgene, die auch im Blut der Frau in geringen Konzentrationen zu finden sind, kann es zu entsprechenden störenden Erscheinungen an Haut und Haar kommen.
Bei Frauen, die mit der Pille verhüten, sind Hautunreinheiten oder Akne im Allgemeinen seltener anzutreffen. Durch die Hemmung der körpereigenen Hormonproduktion wird das gestörte Estrogen-Androgen-Verhältnis günstig beeinflusst.
Empfängnisverhütende Pillen enthalten in der Regel zwei Bestandteile ein Estrogen und ein Gestagen, welche die körpereigene Androgenproduktion drosseln. Doch ist dieser Effekt allein oftmals nicht ausreichend. Bei einigen wenigen Pillen-Präparaten verfügt die enthaltene Gestagenkomponente über eine zusätzliche antiandrogene Wirkung, die die Wirkung der körpereigenen Androgene deutlich vermindern kann. Diese Gestagene können die Bindungsstellen für Androgene an der Haut besetzen, so dass Androgene dort nicht binden und damit nicht zur Wirkung gelangen können.
Sollten Sie an Hautunreinheiten oder Akne leiden, fragen Sie deshalb Ihren Frauenarzt bzw. Ihre Frauenärztin nach einem antiandrogen wirksamen Pillen-Präparat. Sie werden Sie gern beraten.
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Es ist bekannt, dass die Anwendung von Androgenen (männliche Hormone) oder Anabolika bei der Frau zu Stimmveränderungen führen kann, die sich u.a. in einem Tieferwerden der Stimme (rauhe Stimme, Stimmbruch) äußern. Die in den meisten hormonalen Verhütungsmitteln enthaltenen Gestagene können ebenfalls geringe androgene Wirkungen haben. Allerdings werden diese in der Pille in so niedrigen Dosierungen eingesetzt, dass Stimmveränderungen in den allermeisten Fällen nicht zum Tragen kommen. Sollten minimale Veränderungen auftreten, so werden diese von "Normalpersonen" meist nicht wahrgenommen.
Lediglich Frauen mit sehr großer stimmlicher Belastung und vor allem mit einem großen Stimmumfang (z.B. Sängerinnen) können in Abhängigkeit von der Einnahmedauer u.U. Stimmveränderungen bemerken. Diese Personengruppe sollte deshalb nichthormonell verhüten oder Präparate bevorzugen, die ein Gestagen ohne androgene Partialwirkung bzw. sogar mit antiandrogener Partialwirkung enthalten.
Sollten Sie betroffen sein, fragen Sie Ihre Frauenärztin oder Ihren Frauenarzt nach einer Pille mit antiandrogener Wirkung. Sie/er wird Ihnen gern weiterhelfen.
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Prinzipiell ist es Frauen, die mit der Pille verhüten, problemlos möglich, die Blutung auch einmal zu verschieben. Am einfachsten geht dies bei Anwendung eines Einphasenpräparates, bei dem jedes Dragee gleich zusammengesetzt ist (alle Dragees haben die gleiche Farbe!). Sie setzen einfach ohne 7-tägige Einnahmepause direkt im Anschluss an das letzte Dragee Ihrer Zykluspackung die Einnahme mit dem ersten Dragee aus einer neuen Packung fort. Wie viele Dragees Sie einnehmen, hängt davon ab, wie weit Sie Ihre Blutung verschieben möchten. Werden 7 zusätzliche Dragees eingenommen, verschiebt sich die Blutung um 7 Tage. Es kann aber auch eine ganze Zykluspackung zusätzlich angewendet und dadurch die Blutung um 21 Tage verschoben werden. Wenn die 7-tägige Einnahmepause eingelegt wird, kommt es etwa 2-3 Tage nach Einnahme des letzten Dragees zur Blutung.
Wird ein zwei- oder dreistufiges Präparat angewendet, bei dem die einzelnen Dragees unterschiedlich zusammengesetzt sind (Dragees einer Packung haben unterschiedliche Farben!), ist die Blutungsverschiebung nicht ganz so einfach. Bei derartigen Präparaten dürfen stets nur die am höchsten dosierten Dragees weiter eingenommen werden. Dies sind in der Regel jeweils nur die Dragees der letzten Farbe. Die anderen, niedriger dosierten Dragees müssen verworfen werden.
Auch die Vorverlegung der Blutung um einige Tage ist möglich. Dazu werden die letzten Dragees aus der 21-tägigen Zykluspackung einfach nicht mehr eingenommen, oder es wird die Einnahmepause verkürzt. Die Blutung wird um so viele Tage nach vorn verlegt, wie Dragees weggelassen oder früher eingenommen werden. Allerdings sollte maximal auf 7 Dragees einer Packung verzichtet werden, um Zyklusstabilität und Zuverlässigkeit nicht zu gefährden.
Um keine Fehler zu machen, ist es angebracht, bei Anwendung eines unterschiedlich zusammengesetzten Präparates das genaue Vorgehen mit Ihrer Ärztin bzw. Ihrem Arzt zu besprechen.
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Die Wirkungsabschwächung der Pille bei Erbrechen oder schwerem Durchfall beruht - genau wie bei der vergessenen Einnahme - auf zu niedrigen Hormonspiegeln im Blut. Werden die Wirkstoffe der Pille erbrochen oder ausgeschieden, bevor sie ins Blut aufgenommen wurden, können sie natürlich nicht ausreichend wirken.
Das Vorgehen bei Erbrechen und schwerem Durchfall hängt stark von Dauer und Stärke der Erkrankung ab. Wird mehrmals oder längerandauernd erbrochen, z.B. bei einem Magen-Darm-Infekt oder einer Reise-Diarrhoe, sollte während der Erkrankung und weitere 7 Einnahmetage danach zusätzlich zur Pille eine Barriere-Methode, z.B. ein Kondom angewendet werden, da man in solchen Fällen davon ausgehen muss, dass die gesamte Magen-Darm-Flora massiv gestört und damit die Aufnahme ausreichender Mengen von Pillen-Wirkstoffen ins Blut behindert ist. Nach Normalisierung der Verdauungsfunktion und 7 Tagen korrekter Einnahme hat sich der Empfängnisschutz wieder neu aufgebaut.
Abweichend davon kann man beispielsweise bei einmaligem Erbrechen oder kurzzeitigem Durchfall kurz nach der Pillen-Einnahme einfach eine zusätzliche Tablette einnehmen, wodurch der Empfängnisschutz weiterhin besteht. Dabei sollte man davon ausgehen, dass die Aufnahme der Wirkstoffe aus dem Magen-Darm-Trakt innerhalb der ersten 3-4 Stunden nach der Einnahme erfolgt. Erbrechen bzw. Durchfall, die später als 4 Stunden nach der Einnahme erfolgen, müssen nicht mehr berücksichtigt werden, da die Pillen-Wirkstoffe zu diesem Zeitpunkt bereits ins Blut aufgenommen wurden.
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Einige Arzneimittel können zum Verlust der Wirkung empfängnisverhütender Pillen oder zu unerwarteten Zwischenblutungen führen. Dazu gehören z.B. Arzneimittel zur Behandlung der Epilepsie und von Tuberkulose oder Arzneimittel zur Behandlung einer HIV-Infektion oder anderer infektiöser Erkrankungen (z.B. zahlreiche Antibiotika) sowie das pflanzliche Mittel Johanniskraut.
Es gibt eine Reihe von Antibiotika, die die Wirksamkeit hormonaler Verhütungsmittel beeinflussen können. Viele ungewollte Schwangerschaften unter Anwendung einer Pille resultieren aus der gleichzeitigen Antibiotika-Anwendung. Bestimmte Antibiotika können die Aufnahme der Pillenwirkstoffe aus dem Magen-Darm-Trakt stören und/oder deren Abbau beschleunigen. Im Falle einer gleichzeitigen Behandlung mit Antibiotika wird deshalb allgemein empfohlen, für die Zeit der Behandlung sowie weitere 7 Tage danach (bei einigen Präparaten auch bis 28 Tage danach) zusätzlich zur Pille eine Barriere-Methode, z.B. ein Kondom, anzuwenden. Wenn diese 7 Tage in die übliche Pillenpause fallen, kann die Einnahme auch ohne Pause fortgesetzt werden, um die Zuverlässigkeit der Pille zu erhöhen.
Es gibt immer wieder Überlegungen, welche antibiotisch wirksamen Substanzen im Einzelnen Arzneimittelwechselwirkungen mit der Pille eingehen bzw. bei welchen Antibiotika man eventuell eine solche Wechselwirkung ausschließen kann. Doch ist der Wissensstand darüber nach wie vor gering und die Meinungen sind teilweise kontrovers.
Sicher ist, dass Penicillin und Penicillin-Derivate (z.B. Ampicillin, Amoxicillin u.a.) und Tetracycline (z.B. auch Minocyclin, Doxycyclin, Oxytetracyclin) zu einer möglichen Wirkungsabschwächung von Pillen-Präparaten führen. Bei Griseofulvin und Rifampicin kommt ein beschleunigter Abbau der Hormone in der Leber als zusätzlicher, die Wirkung vermindernder Effekt hinzu.
Bei vielen anderen Antibiotika, z.B. Metronidazol, Chloramphenicol oder Cephalosporinen, ist die Datenlage unbefriedigend. Für einige andere Wirkstoffe, z.B. Makrolid-Antibiotika (Clarithromycin), wurden angeblich Arzneimittelinteraktionen in Studien ausgeschlossen, doch ist man sich auch hier nicht mehr ganz sicher.
In Anbetracht der unbefriedigenden Datenlage und der teils widersprüchlichen Empfehlungen ist es ratsam, Pillen-Anwenderinnen bei gleichzeitiger Antibiotika-Einnahme nahezu ausnahmslos die zusätzliche Anwendung nichthormoneller Methoden für die Zeit der Anwendung und für bis zu 7 Tage danach zu empfehlen.
Um keine Fehler zu machen, ist es angebracht, bei Anwendung eines Antibiotikums oder anderer, die Wirksamkeit der Pille herabsetzender Arzneimittel das genaue Vorgehen mit Ärztin oder Arzt zu besprechen.
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Die meisten Pillen sind heute sogenannte Mikropillen. Für all diese Präparate gilt, dass sie regelmäßig eingenommen werden müssen, wobei es im Ausnahmefall durchaus einmal möglich ist, eine vergessene Einnahme innerhalb von 12 Stunden nachzuholen.
Regelmäßige Einnahme bedeutet bei Mikropillen nicht, dass man die Pille stündlich genau einnehmen muss, doch sollte man sich für die tägliche Einnahme einen festen Zeitpunkt im Tagesablauf suchen, um dem Vergessen vorzubeugen.
Dies kann z.B. stets vor dem Zu-Bett-gehen, beim Mittagessen oder nach dem Aufstehen erfolgen, wobei es für die Sicherheit unerheblich ist, wenn sich die Zeiten z.B. am Wochenende auch einmal verschieben.
Selbst 2-3 Stunden Unterschied spielen keine Rolle, denn auch dies ist noch eine regelmäßige Einnahme. Nur bei den relativ seltenen Minipillen (enthalten nur einen Wirkstoff in niedriger Dosierung) sollte die Einnahme möglichst täglich genau zur gleichen Stunde, maximal 3 Stunden später, erfolgen.
Nein, Sie brauchen sich keine Sorgen zu machen. Zwischenblutungen zu Beginn der Einnahme einer empfängnisverhütenden Pille können hin und wieder vorkommen. Sie sind meist ein Anpassungsproblem des Körpers an die Pillen-Hormone und in der Regel völlig harmlos. Die Anpassungsphase dauert in der Regel 3-6 Monate und in diesem Zeitraum verschwinden die Zwischenblutungen. Wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass bei korrekter Pilleneinnahme auch bei Zwischenblutungen der gewünschte Empfängnisschutz erhalten bleibt.
In sehr seltenen Fällen kann es im ersten Anwendungszyklus auch zu einer Art Dauerblutung kommen, die zwar störend, aber ebenfalls meist nur ein Anpassungsproblem ist. Derartige anhaltende Blutungen verschwinden meist schon im 2. Zyklus nach der 7-tägigen Einnahmepause.
Es wäre jedoch ein Fehler, wegen Zwischenblutungen in der Anpassungsphase die Pille zu wechseln, da Sie dann von einer Anpassungsphase in die nächste kommen können, was die Beschwerden nicht bessert, sondern möglicherweise noch verstärkt. Mit ein wenig Geduld werden Sie schon bald sehr regelmäßige Blutungen haben. Sollte sich der Zyklus auch nach der Anpassungsphase nicht stabilisieren, wenden Sie sich bitte vertrauensvoll an Ihren Frauenarzt oder Ihre Frauenärztin, damit diese die Ursachen abklären können.
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Schwere Komplikationen treten bei gesunden Frauen, die mit einer Pille verhüten, nur äußerst selten auf. Bei Frauen mit bestimmten Erkrankungen oder vorliegenden Risikofaktoren muss immer eine individuelle Nutzen-Risiko-Abwägung durch den Arzt vorgenommen werden. Vor allem, wenn beim Vorliegen bestimmter Risiken eine Pille angewendet wird, sollten regelmäßige Kontrolluntersuchungen vorgenommen werden, um schweren Komplikationen vorzubeugen.
Lesen Sie sich bitte immer den Beipackzettel durch. Hier sind u. a. die Nebenwirkungen der Pille aufgelistet. Es mag sein, dass Sie das, was dort steht, abschreckt. Dazu muss man wissen, dass auf einem Beipackzettel vom Gesetz her alle Reaktionen aufgeführt werden müssen, die bisher jemals bei der Einnahme des Präparates beobachtet wurden. Das bedeutet natürlich nicht, dass Sie all diese Erscheinungen auch spüren werden! Denn die modernen, niedrig dosierten Pillen, sind sehr viel besser verträglich als noch vor wenigen Jahren
Im Folgenden finden Sie gut verständliche Erklärungen zu einigen dieser genannten Nebenwirkungen.
Es kommt vor, dass der Körper sich erst auf die Pille einstellen muss. Man verspürt dann vielleicht Übelkeit, Stimmungsschwankungen, Bauchschmerzen, ein Spannungsgefühl in den Brüsten oder Kopfschmerzen. Schon nach kurzer Zeit können diese Symptome verschwunden sein. Wenn sie aber besonders stark auftreten oder nach mehreren Einnahmezyklen immer noch bestehen, sollten Sie mit dem Frauenarzt sprechen.
Sie treten gelegentlich während der ersten drei Monate der Pilleneinnahme auf und sind normalerweise kein Grund zur Beunruhigung. Es ist ganz wichtig, dass die Pille weiterhin regelmäßig eingenommen wird, denn sonst wirkt sie nicht mehr zuverlässig und eine Schwangerschaft wird möglich. Wenn Zwischenblutungen mehrmals in einem Monat auftreten oder länger als einige Tage anhalten, wenden Sie sich an Ihre Frauenärztin oder Ihren Frauenarzt.
Wenn die Regel ausbleibt, denken viele bestimmt als erstes, sie seien schwanger. Doch wenn die Pille jeden Tag etwa zur selben Zeit und ohne verlängerte Einnahmepause eingenommen wurde, wenn weder schwerer Durchfall noch Erbrechen aufgetreten sind und wenn keine anderen Arzneimittel eingenommen wurden, dann ist eine Schwangerschaft sehr unwahrscheinlich. Gab es aber Unregelmäßigkeiten bei der Einnahme und fand Geschlechtsverkehr statt, dann sollten Sie beim Arzt einen Schwangerschaftstest machen lassen.
Bei nur sehr wenigen Mädchen oder Frauen treten ernsthafte Probleme durch die Pille auf. Aber trotzdem sollte auf folgende Warnsignale oder Symptome geachtet werden:
Wenn eines oder mehrere dieser Symptome oder Erkrankungen auftreten, muss die Pille sofort absetzt und der Frauenarzt konsultiert werden. Zwischenzeitlich sollte zur Verhütung eine Barriere-Methode, z.B. ein Kondom verwendet werden. Auch wenn während der Einnahme Gegenanzeigen auftreten, auf die unter „Wann darf die Pille nicht eingenommen werden“ eingegangen wird, ist die Pille abzusetzen.
Die modernen Pillen haben aber auch positive Begleiterscheinungen:
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Es kommt äußerst selten vor, dass eine Frau die Pille nicht nehmen darf. Zum Beispiel wenn folgende medizinische Gründe vorliegen:
Darüber hinaus gibt es einige Situationen oder Erkrankungen, bei der eine besondere Vorsicht erforderlich ist, wenn eine Pille angewendet wird. Genaue Informationen dazu finden Sie jeweils im Beipackzettel Ihrer Pille.
Wenn einer oder mehrere dieser Gründe zutreffen oder sogar andere, seltenere Störungen vorliegen, sollten Sie sich ausführlich mit Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt darüber unterhalten. Sie/er erklärt gerne genauer, wann und warum genau die Pille nicht in Frage kommt.
Dann gibt es andere Verhütungsmethoden, die besser geeignet sind.
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